Thema: Weltgeschehen

Claudia am 11. Dezember 2014 — 8 Kommentare

Formulare übersetzen für Flüchtlinge und Migranten – ich bitte Euch um eine Spende!

Letztes Jahr um diese Zeit kamen auch dank der Stammleser/innen dieses Blogs genug Spenden zusammen, um dem „Formularprojekt“ einen guten Start im April zu ermöglichen. Seitdem sind gut 8 Monate verstrichen, in denen viel passiert ist. Dabei hat sich das Vorhaben, viele freiwillige Übersetzende aus verschiedenen Welt-Gegenden in übersichtlichen kollaborativen Arbeitsstrukturen zu versammeln, zunächst als deutlich komplexer und aufwändiger dargestellt als wir uns das gedacht hatten. In einem ausführlichen Zwischenbericht zum ersten halben Jahr könnt Ihr im Detail lesen, wie die Dinge angegangen wurden, welche Probleme auftraten und wie sie gemeistert wurden.

Kurz zum heutigen Stand: sämtliche Hürden haben wir genommen, von den über 60 Freiwilligen, die sich gemeldet haben, arbeiten um die 20 jetzt kontinuierlich mit und verfassen Übersetzungen deutscher Amtsformulare und Anträge in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Türkisch, Russisch, Serbisch und Arabisch. Derzeit suchen wir noch nach weiteren Sprachkundige für Türkisch, Polnisch, Serbisch, Kroatisch, Ukrainisch, Arabisch, Farsi und Dari. Für Kommunikation und Veröffentlichungen gibt es eine Mailingliste für die Mitarbeitenden, ein Projektblog für Berichte und Ergebnisse, wo erste Übersetzungshilfen (Kindergeld-Antrag mit X Anlagen) zum Download bereit stehen. Weitere sind bereits fertig und werden in den nächsten Tagen veröffentlicht, andere sind noch in Arbeit, viele weitere in Planung.

Neben einzelnen Engagierten arbeiten an zwei Hochschulen Studierende an der Übersetzung des prominenten ALG2-Antrags in Englisch und Französisch. Beide sind praktisch fertig, es fehlt nurmehr die Endkorrektur durch die Dozenten. Ergebnisse sind uns zum Jahresende, spätestens für Januar versprochen.

Viel Arbeit mit Sinn

Da dies hier mein persönliches Blog ist, will ich es nicht bei diesen Infos zum Projekt belassen, dessen Fortbestand und Weiterentwicklung mir so am Herzen liegt. In letzter Zeit hab‘ ich öfter mal wenig schöne Themen wie Netzfrust, zersplitterte Aufmerksamkeit
und den „Umgang mit Aufregern“ geschrieben. Die Ohnmacht, die man angesichts der massenhaften täglichen Infos über Elend, Missstände und menschenverachtende Verbrechen in aller Welt empfindet, kann ganz schön runter ziehen, bis hin zum zeitweiligen Verstummen. Weiter → (Formulare übersetzen für Flüchtlinge und Migranten – ich bitte Euch um eine Spende!)

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Claudia am 06. November 2014 — 16 Kommentare

Lokführerstreik, Lobbyismus und #MeinFeminismus

Es geht nicht, ich kann mich nicht lesend und schreibend auf ausschließlich „Positives“ oder gar „Selfcare“ beschränken! Wenn ich unter Netzfrust, bzw. am täglichen Blick auf die vielen üblen Nachrichten aus aller Welt leide, muss ich eben für mehr Ausgleich sorgen. Parzielle Nachrichten-Abstinenz kann dazu gehören, ist aber kein Dauerzustand. Weiter → (Lokführerstreik, Lobbyismus und #MeinFeminismus)

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Claudia am 06. Oktober 2014 — 14 Kommentare

Globalisierte Barbarei: Ein Versuch, das Phänomen „Islamischer Staat“ zu begreifen – von Tomasz Konicz

[Der folgende Artikel von Tomasz Konicz wurde im STREIFZÜGE-Magazin erstveröffentlicht. Da er unter „Copyleft“ erscheint, habe ich ihn (trotz „Überlänge“) mal hierhin übernommen. Die Analyse ist umfangreich und tiefschürfend, auf jeden Fall sehr lesenswert. Für die Übernahme hab ich mich mit einer Spende bedankt]

Auf ein Neues! Wieder einmal mobilisiert der Präsident der USA eine Koalition der Willigen, um gegen „Das Böse“ (SPON) zu Felde zu ziehen. Diesmal ist es die Terrortruppe „Islamischer Staat“ (IS), die in einem dreijährigen Feldzug niedergerungen werden soll, in dessen erster Phase die US-Airforce ihre Luftschläge auch auf Syrien ausweiten wird. Zugleich fordert das Weiße Haus vom Kongress die Kleinigkeit von 500 Millionen US-Dollar, um „moderate syrische Rebellen zu trainieren und zu bewaffnen“, wie Reuters berichtete. Weiter → (Globalisierte Barbarei: Ein Versuch, das Phänomen „Islamischer Staat“ zu begreifen – von Tomasz Konicz)

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Claudia am 17. September 2014 — 32 Kommentare

Wir brauchen tatsächlich eine Alternative – nicht nur für Deutschland

Einen sehr lesenswerten Artikel über das „Problem AfD“ hat Juna geschrieben. Unter dem einsichtigen Titel „Ja, ich nerve. Die AfD auch“ analysiert sie mögliche Ursachen:

„Wer sich nach den Wahlen fragt, wie „das“ passieren konnte und wo die ganzen AfD-Wähler herkommen, hat in den letzten Jahren nicht gut aufgepasst. „Wir werden mit Angst regiert, meine Damen und Herren“, sagte Volker Pispers am Sonntag abend – und das ist bereits seit vielen Jahren so. Die regierenden Parteien reden uns ein, wir müssten in permanenter Angst vor anderen Menschen leben, und nur der Staat könne uns schützen„…..
………… Ein Feindbild zu generieren ist unglaublich leicht. Die Menschen haben gerne Schuldige für nationale Missstände, für die niemand so richtig verantwortlich sein möchte.

… und macht Vorschläge, wie darauf reagiert werden könnte:

„Kommen wir zu dem, was wir tun können: Bloggen. Wie z.B. Michaela Merz, die über ihren Austritt bei der AfD schreibt. Die Parteiziele der AfD für jeden verständlich übersetzen, wie @leitmedium hier vorschlägt. Deutlich machen, dass es genügend Menschen gibt, die nicht bereit sind, in einer Welt voller Angst vor anderen Menschen zu leben. Und die Menschen ganz direkt fragen: Wovor habt Ihr Angst?

Eine erfrischende Herangehensweise! Der Eiertanz der Parteien rund um die leidigen AfD-Erfolge ist nicht das, was die Welt braucht, sondern allzu offenkundig nur der Versuch, selber „gut dazustehen“, anstatt an die Wurzeln der Probleme zu gehen. Juna sucht dagegen mit einiger Leidenschaft nach Ursachen und Herangehensweisen und es ist nicht falsch, was sie schreibt. Aber LEIDER verhält es sich so, wie ein Kommentierender namens „Erbloggtes“ so erschreckend klar ausführt dass es eben nicht nur um „Angst-Propaganda“ geht, sondern reale Angst vor wirklich drohenden und bereits begonnenen Entwicklungen, die die Protestwähler zur AFD treibt, bzw. den Teil, der tatsächlich schon unter Marginalisierung und sozialem Abstieg leidet. Weiter → (Wir brauchen tatsächlich eine Alternative – nicht nur für Deutschland)

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Claudia am 06. September 2014 — 28 Kommentare

Oh bitte, erklärt mir doch mal die Schweiz!

Hallo Thinkabout, Zentao, Mylo, Rosalie – und gern alle anderen Schweizer Blogger: Erklärt mir doch mal, wie die Schweiz eigentlich funktioniert!

schweiz

Für mich ist das ein Rätsel! Hierzulande wird mit dem Hammer der Globalisierung argumentiert, um seit Jahren die Einkommen zu drücken, Sozialabbau zu betreiben und Arbeitnehmerrechte mit Füßen zu treten. Stellenabbau, Wegrationalisierung, Outsourcing, Verflachung einstiger Hierarchien in den Unternehmen, Anhebung des Rentenalters und ein schneller und tiefer Fall in ein Leben mit 391,- Euro (+Miete) als Existenzminimum für Arbeitslose ist die Realität, mit der wir hier lange schon leben. Das alte Modell mit einem erwerbstätigen „Familienernährer“ funktioniert nurmehr in den Reihen der sehr viel Besserverdienenden. Dass beide Eltern arbeiten gehen ist oft nicht mehr freie Wahl, sondern ein Muss.
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Claudia am 03. September 2014 — 11 Kommentare

Sind die alle wahnsinnig geworden? #Ukraine #Krieg #Angst

Eigentlich mag ich die Nachrichten gar nicht mehr sehen, schaue meist nur die Titel an, die schon gruslig genug sind:

Zudem plant die Nato eine neue „Eingreiftruppe gegen die russische Bedrohung“ und will mehr Präsenz in den baltischen Staaten zeigen. Auf einmal will Kiew doch in die Nato und das Anliegen scheint wohlwollende Resonanz zu finden. Wir irre ist das denn? Wenn ich eine Versicherung erst dann abschließen wollte, wenn der Schadensfall bereits eingetreten ist, würden mir sämtliche Versicherungen was husten!
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Claudia am 03. September 2014 — 14 Kommentare

Freiheit statt Angst – eine Nachlese mit Gedanken zur fehlenden Utopie

Dieses Jahr war ich nicht auf der Demo „Freiheit statt Angst“ (#FsA), hab‘ sie nur „beworben“. Schon letztes Mal war ich nur auf der Startkundgebung, auf den „Spaziergang“ danach hab‘ ich verzichtet. Zu meiner Entschuldigung könnte ich anführen, dass ich nicht lange ohne Beschwerden laufen kann und mich spätestens nach 15 Minuten setzen muss. Aber auch davon abgesehen bin ich nicht sicher, ob ich diesmal dort gewesen wäre: Nicht mangels Interesse (das Thema empört mich durchaus!), sondern weil meine Samstage verplant sind und ich auch ein bisschen denke: das sollen jetzt mal die Jüngeren machen! :-)

Demo  Freiheit statt Angst

In der „Sammelmappe“ fand ich dann Claudias Bemerkung über ihr „ungutes Gefühl“, das sie bei dieser Demo empfindet. Sie fand keine Zeit, das auszuführen, postete jedoch Links zu Anderen, die sich entsprechend geäußert hatten: Weiter → (Freiheit statt Angst – eine Nachlese mit Gedanken zur fehlenden Utopie)

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Claudia am 29. August 2014 — 7 Kommentare

Das Wesentliche – für D.

Vom Atem, Odem des Lebens, ist leicht singen und sagen;
Verdauen dagegen ein schamhaft beschwiegenes Muss.

Auch das Herz muss schlagen, damit da ein Mensch sei
und es braucht Hirn im Kopf, meist überschätzt.

Zerfressene Lunge, Gedärm im Streik,
stolperndes Herz und wirre Gedanken –
schon sind Geld, Ruhm, Güter und Liebe dahin.
Waren nie wichtig, waren glitzernder Schaum
auf der großen Welle, die zurückfällt ins Meer.

Atmen, verdauen, herzschlagen –
im Stolpern und Schwinden begriffen
spät bemerkt als das Wesentliche.

Einfach da sein, keine Wünsche,
Froh, wenn nichts geschieht.

Draußen die rasende Welt,
Gefräßiges Strampeln in Alt- und Neuland.
Man will MEHR, was denn sonst?

Erst wenn die Schmerzen kommen und bleiben
halten wir ein.
Nurmehr da sein,
atmen, verdauen, wahrnehmen,
froh, wenn nichts geschieht.

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